Direkt zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen Jump to sub navigation

„Und er wollte lange nicht...“ - Gedanken zu Lukas 18,1-8

 

Lässt Gott sich bitten?
Lässt Gott sich belästigen?
Lässt Gott sich bedrängen?
Die Erzählung des Lukasevangeliums von der bittenden Witwe lehrt uns: Gott lässt nicht nur. Wir müssen es auch. Wir müssen ihn bitten, drängen, belästigen. Ja, es ist schier unsere Pflicht. 
Arm ist die Witwe, mittellos, ohne Einfluss. Allein. Sie sucht den ungerechten Richter auf. Arrogant und überheblich achtet er weder Gott noch Menschen. Dennoch behaftet sie ihn bei seinem Richteramt. Es ist ihre letzte Chance. Sie bittet. Sie drängt. Sie belästigt. Sie fällt zur Last. Sie behaftet den Richter bei seinem Anspruch, Richter zu sein. Sie heftet ihn buchstäblich darauf fest. Gegen den Richter spielt sie den Richter aus. Lange will er nicht. Doch dann spricht er ihr Recht. Gegen alle Erwartung. Weil er ihr Drängen nicht länger ertragen möchte. Weil er eine Ohrfeige vermeiden möchte. Er spricht ihr Recht und wird die Lästige los... weiterlesen

Lost. Verloren und gefunden.

Viele Familien bleiben zuhause oder suchen sich „kleinere“ Urlaubslösungen in Deutschland oder auch ganz in der Nähe. Hauptsache einfach einmal raus... 
Wir möchten Sie und Euch in dieser Andacht noch einmal mit hineinnehmen in unser Erleben mit den Jugendlichen am vergangenen Samstag... weiterlesen

 

Lass eine gute Spur zurück

„Alle diese Zeugen umgeben uns wie eine Wolke.
Sie spornen uns an.
Darum lasst uns durchhalten in dem Wettlauf, zu dem wir angetreten sind.
Lasst uns ablegen, was uns daran hindert.
Vor allem das, was uns von Gott trennt und uns so leicht umgarnt.“ Hebräer 12,1

Humfeld, den 9. Juni 2020

Liebe Leser und Leserinnen unserer Wochenandachten,
vielleicht haben Sie es in unserem neuen Gemeindebrief bereits gelesen: Wir haben wieder begonnen, unsere Gottesdienste zu feiern. Immer noch vermissen wir unser gemeinsames Singen schmerzlich. Wir bemühen uns sehr, unsere Gottesdienste als einen kleinen Trost musikalisch so vielfältig wie möglich zu gestalten. Unsere Musiker haben sich hierfür in den letzten vier Wochen treu und engagiert eingebracht. Hierfür sagen wir sehr herzlich: Danke. Wir haben zu unseren Wochenandachten viele positive Rückmeldungen bekommen. Und so habe ich mir überlegt, dass ich weiterhin Wochenandachten für Sie und Euch schreiben werde. Ab dieser Woche werden wir sie Ihnen und Euch in einem zweiwöchigen Rhythmus zukommen lassen. Unsere pastoralen Aufgaben nehmen uns zunehmend wieder ein. Sitzungen haben stattgefunden. Die Hillentruper Konfirmanden-Gruppe hat letzte Woche entschieden, dass sie ihre Konfirmation allen Umständen zum Trotz in diesem Jahr am 20. September feiern möchte. Ob wir zu diesem Zeitpunkt singen dürfen, oder nicht, ob wir weiter Abstand halten müssen, oder nicht: Am 20. September werden wir hören, wie 19 Jugendliche ihre Konfirmationsfrage beantworten und Gottes Segen empfangen. Unsere gemeinsame Unterrichtszeit wird dann zu Ende gehen. Mit drei kleinen Gottesdiensten haben wir nach dem shutdown unseren Endspurt Richtung Konfirmation begonnen. Unseren ersten Konfi-Gottesdienst unter der Überschrift „Und sie ließen ihre Anklagen fallen....“ haben wir mit Ihnen und Euch geteilt. „Lass eine gute Spur zurück!“ - unter dieser Überschrift feierten unsere KonfirmandInnen am 30. Mai 2020 einen Gottesdienst in der Hillentruper Kirche. Sie hörten die folgende kleine Geschichte. Ein Mann erzählt von seinem Traum:

Ich träumte eines Nachts, ich ging mit Gott am Meer entlang. Feucht fühlte der Sand unter meinen Füßen sich an, feucht und kühl vom Wasser des Meeres. So gingen wir und hinterließen Spuren im Sand. Und während wir so gingen, entstanden am Himmel bewegende Bilder meines Lebens. Wie auf einer großen Leinwand hoch über dem Horizont stiegen sie auf, um sich für einen Augenblick zu zeigen, wieder zu verblassen und in das nächste Bild überzugehen. Die Liebe meiner Eltern. Ihre Freude zu meiner Geburt. Meine Kindheit. Meine ersten Schritte.

Ganz viele Kinder. Und ich mittendrin. Einschulung mit Schultüte und einem grünkarierten Kleid. Freundschaften fürs Leben. Schule, Spielen und auch Pflichten. Meine erste Beerdigung. Ich war neun. Das Meerschwein Dori war gestorben. Es gab einen Trauerzug. Wir waren viele. Es gab Kuchen mit Limo. Und einen Stein. Aufwachsen. Rauswachsen aus den Kinderschuhen. Mein erster Freund. Nur das Halten unserer Hände. Noch zu schüchtern für einen Kuss. Schön. Die Schule abgeschlossen. Berufsentscheidungen. Lernen dürfen. Menschen begegnen. Heimat finden an ganz unterschiedlichen Orten. Hineinwachsen in Aufgaben. Prüfungen. Zweifel. Angst. Stolz. Unsere Hochzeit. Es war Herbst. Wir standen in einem goldenen Licht. Meine Familie. Sie trägt ihre Lasten tapfer. Sie macht es sich nicht immer einfach. Und ist darin doch ganz liebenswert. Älter werden. Sich entwickeln. Reif werden. Unerfüllten und unerfüllbaren Sehnsüchten nicht mehr nachjagen. Loslassen. Akzeptieren. Anderen zu einem Zuhause werden. Zu einer Umarmung. Einfach so. Bedingungslos. Ohne unnötige Fragen. Reine Liebe sein für einen Augenblick. Sich verschenken. Krank werden. An die eigenen Grenzen gestoßen. Gesund geworden. Es gab auch Krisen. Unbeschreiblich tiefe Enttäuschungen. Verrat und Verleugnung. Benutzt und fallengelassen. Es gab Wunden. Und Narben. Und manchmal scheinbar keinen Weg. Und am Ende ein zaghafter Blick hinüber ins Licht. Dankbarer geworden von Tag zu Tag. Verbitterung überwunden. Heil geworden vom Himmel her. Meine eigene Endlichkeit zu einem besten Freund gewonnen. Das alles sah ich. Dort oben am Himmel. Streiflichtern gleich. Als das letzte Bild an uns vorübergeglitten war, schaute ich den ganzen langen Weg noch einmal zurück. Ich sah Spuren im Sand. Und ich hielt inne. Noch einmal schaute ich verwundert hin. Nein, ich täuschte mich nicht: In den schwersten Zeiten meines Lebens war nur eine Spur im Sand zu sehen. Das verwirrte mich. Ich schaute Gott an und sagte: „Als ich dir damals, alles, was ich war, konnte und hatte, übergab, um dir zu folgen, da hast du mir versprochen, du würdest immer bei mir sein. Jetzt schaue ich zurück und sehe in den schwersten Zeiten nur eine Spur im Sand. Wo warst du, als ich dich so verzweifelt brauchte?“ Da nahm Gott meine Hand. Sanft. Fest. Und er sagte: „Geliebtes Kind. Nie ließ ich dich allein. Wo du nur eine Spur im Sand erkennst, sei ganz gewiss, da habe ich dich getragen.“

Eine kleine Geschichte für unsere KonfirmandInnen. Sie waren ganz still. Dann sangen wir ein Lied: Ich möcht, dass einer mit mir geht, / der`s Leben kennt, der mich versteht. / Der mich zu allen Zeiten kann geleiten. / Ich möchte, dass er auch mit mir geht.

Und dann fing ich noch einmal an zu erzählen. Die Geschichte von der Geschichte. Sie ist wirklich passiert. So, wie ich sie erzählte, ist sie wahr. Und groß und tief. Es war am 17. Dezember 2004. Es war ein Dienstag. Meine Mutter rief an. Sie musste gar nichts sagen. Ich wusste es sofort. Hatte ich doch im Zuge einer großen Enttäuschung am Vortag in einem Telefonat gesagt: „Alle lassen mich hier im Stich. Meine Kirche. Menschen, die ich liebe. Und du stirbst auch.“ Es war mir so herausgerutscht. Weil ich so verzweifelt gewesen war. Und bereits in dem Augenblick, in dem diese Worte meinen Mund verließen, taten sie mir unsagbar leid. Sie schwieg. Ganz tief. Große Liebe kann so schweigen. Nur eine Tag später war es geschehen. Ich wurde hinweggespült von einer Welle aus Schmerz. Wir sind dann sofort losgefahren. 180 Kilometer. Als wir ankamen, lag meine Großmutter auf ihrem Bett. Ich habe mich zu ihr gesetzt. Lange, lange saß ich bei ihr. Zwei Stunden. Vielleicht auch länger. Sie war mir so vertraut. Und zugleich so fremd. Auf ihrem Nachttisch stand diese italienische Lampe mit dem Porzellanfuß und dem rosa Samtschirm. Am Porzellanfuß der Lampe lehnte eine Postkarte. Ich hatte meiner Großmutter diese Karte einmal geschenkt. Auf der Karte stand die Geschichte von den Spuren im Sand. Meine Großmutter kannte diese Geschichte von ihrer Jugend an und sie hatte sie immer gesucht. Ich hatte sie für sie gefunden und hatte sie ihr „geschenkt“. Ich hatte die Karte seinerzeit nicht beschriftet. Jetzt war es mir, als schaute die Karte mich an, als spräche sie mit mir: Nimm mich! Und so stand ich auf, nahm sie hoch und schaute auf ihre Rückseite. Da stand in der Handschrift meiner Großmutter: „Dieser Spruch hat mich immer begleitet.“ Ich musste weinen. Viele, viele kamen an diesem Tag. Und auch sie mussten weinen. Auch die Haushaltshilfe meiner Großmutter nahm Abschied in diesen Stunden. Ich zeigte ihr die Karte. Da sagte sie: „Ich habe hier gestern noch Staub gewischt. Die Karte fiel mir um und ich schaute auf ihre Rückseite. Ich bin mir sicher: Da stand nichts drauf. Die Karte war leer.“

Wir vermuten: Sie hat in diesen Tagen geahnt, dass sie sterben würde. Irgendwann in ihren letzten Stunden hat sie die Karte beschriftet. Wie einen Segen. Wie ein Vermächtnis. Als wolle sie sagen: „Wenn ich gegangen bin, dann habt Ihr noch diese Geschichte. Nehmt sie und geht damit durch Euer Leben. Und wenn es Zeit ist, dann gebt sie weiter, so wie ich sie an Euch wei- tergegeben habe.“ Meine Großmutter hatte Gottes Spuren in ihrem Herzen. Als Kind ging sie bei den Schwestern des Diakonissenmutterhauses in Kaiserswerth in den Kindergottesdienst. Sie war der großzügigste Mensch, der mir je begegnet ist. Sie konnte Menschen durchschauen. Sie konnte Menschen lesen. Das war ihre große Gabe. Sie tat das immer in Liebe. Sie hat uns geprägt. Und als es Zeit wurde, da hat sie uns etwas hinterlassen, was bleibt. Ein Stück Ewigkeit. Zum Weiterverschenken. Um die Spuren zu lesen, die andere in uns hinterlassen. Menschen prägen einander nicht immer zum Guten. Gottes Spuren in uns: Sie helfen uns, zu unterscheiden, wer uns gut tut und wer nicht. „Gott hat in den letzten anderthalb Jahren Spuren in Euren Herzen hinterlassen. Ihr habt Geschichten, Texte, Gebete, Symbole, die Perlen des Glaubens, Wegsprüche, das Labyrinth. Ihr habt Lieder. Ihr habt unsere gemeinsame Zeit und die Art und Weise, wie wir miteinander umgegangen sind. All das ist da. Es ist in Euch. All das hat Gott in Euch hineingelegt. Wir wünschen Euch, dass ihr das für Euch nutzt. Es wird euch helfen, zu unterscheiden: Wer oder was ist gut für mich? Wer oder was bringt mich näher zu Gott? Wer oder was tut mir nicht gut? Wir wünschen Euch, dass Ihr am Ende sagen könnt: Ja, ich habe eine gute Spur zurückgelassen mit meinem Leben, in anderen Menschen, in dieser Welt.“

Und dann durften sich unsere Konfirmandinnen einen Umschlag mit ihrem Namen vom Taufstein für sich mitnehmen. In dem Umschlag war die Geschichte meiner Großmutter. Auf einer Postkarte. Versteht sich. Und mein Lieblingsfoto von jedem und jeder einzelnen. Und auf der Rückseite des Fotos ein Satz: Lass eine gute Spur zurück. Auf dem schmiedeeisernen Einsatz des Taufsteines brannte eine Kerze. Johannes Neugebauer spielte uns ein Lied: „Ins Wasser fällt ein Stein, / ganz heimlich, still und leise. / Und ist er noch so klein, / er zieht doch weite Kreise. / Wo Gottes große Liebe / in einen Menschen fällt, / da wirkt sie fort / in Tat und Wort / hinaus in unsere Welt.“

Sie kamen sehr leise nach vorn. Beinahe andächtig. Ich denke: Sie haben uns verstanden. Diese kleine Zeit am Taufstein war für jeden und jede von Ihnen etwas Besonderes. Und wer weiß...: Vielleicht werden sie die Karte in Ehren halten. Wir haben ihnen auch das gewünscht. Dass sie sie hüten wie einen kostbaren Schatz. Dass sie mit ihrer Geschichte leben. Und die Karte irgendwann wieder aus ihren Händen geben. Dann, wenn es Zeit wird, weil sie beginnen, hinüberzuschauen ins Licht. So, wie meine Großmutter es tat an diesem Morgen, als sie sehr weise und tapfer verstand, was mir verzweifelt über meine Lippen ging und als sie aus Liebe zu mir so tief schwieg. Als sie die Karte beschriftete in ihrer letzten Nacht, um sie an den Porzellanfuß dieser italienischen Lampe zu lehnen, die ich Zeit meiner Kindheit nie als besonders schön erachtete und die mir mit ihrem letzten und wichtigsten Auftrag noch einmal zu einer ganz besonderen Lampe wurde.

Unser Leben: Es ist doch eines der Wundersamsten. Unsere Hillentruper KonfirmandInnen sind jetzt geheimnisvoll verbunden mit den längst verstorbenen Schwestern des Diakonissenmutterhauses in Kaiserswerth. Und sie ahnen es nicht. Sie sind jetzt eingebunden in die Wolke der Zeugen von Generation zu Generation, immer schon dagewesen, wachsend und sich aneinander freuend. Wie eine Spur von Licht durch alle Zeiten von den Urvätern des Glaubens an, über Richter, Propheten, Könige und Weise, über die Gelehrten der Schrift, über Frauen und Männer, Alt und Jung, zerbrochen und geheilt, über alle, die dem menschgewordenen Gott je folgten, von ihm erzählten und sich an ihn hielten. Durch die Jahrtausende hindurch. Die Wolke der Zeugen, sie umhüllt uns, ganz gleich, wie es auch aussehen mag in uns und um uns herum. Sie birgt uns und schützt, sie nimmt unseren Feinden ihre Sicht auf uns und hüllt uns sicher ein. Sie zeigt uns den Weg am Tag, sie geht uns voraus. Nachts beginnt sie zu leuchten. Sie nimmt uns die Angst und vertreibt, was aus dem Dunkel nach uns greift und uns an sich ziehen möchte. Nein, wir dürfen nie vergessen, wo wir herkommen. Und wir dürfen nie vergessen, wer uns umgibt. Die Wolke der Zeugen, sie ist da. Und wir gehören hinein. Als diejenigen, in die Gott sich unauslöschlich eingeprägt hat. Als diejenigen, die gute Spuren hinterlassen und anderen ins Licht helfen. Dazu segne uns Gott. Und unsere KonfirmandInnen. Heute. Morgen. Und für die Ewigkeit.

Und so grüße ich Sie und Euch in Verbundenheit
auch im Namen meines Kollegen Pfr. Stephan Schmidtpeter, Ihre/Eure Pn. Sabine Hartung

Gottes-Zeit feiern von Zuhause

Sonntags um zehn Uhr läuten die Glocken. Für ein paar Minuten steigen wir aus. Setzen uns zusammen. Entzünden eine Kerze in unserer Mitte. Erleben gemeinsam eine kleine Gottes-Zeit. Dazu brauchen wir nur uns selbst, eine Kerze und diese kleine Liturgie.

Eine(r):
Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen ENTZÜNDEN EINER KERZE

Eine(r) zusammen:
Jesus Christus spricht: „Überall dort, wo zwei oder drei im Schutz meines Namens zusammen kommen, da bin ich mitten unter ihnen.“

KURZE STILLE

Jede(r) für sich:          
Was war schön in der vergangenen Woche? 
Was muss ich loslassen, weil es nicht zu ändern ist? Wo möchte ich mich verändern lassen?
An wen muss ich besonders denken?
Was wünsche ich mir für die nächste Woche?

Alle (abwechselnd?):
Gott, Freund des Lebens, Lebenskraft, besuche du die, die sich jetzt einsam fühlen. Deine Liebe umhülle sie zart. Stärke die, die jetzt für andere sorgen. Gib ihnen Geduld. Gib ihnen Kraft. Erhelle die, die jetzt entscheiden. Mach sie ganz klar. Schenke Mut. Ermahne die, die immer noch verharmlosen. Schenke Einsicht.
Wo wir nicht helfen können, halte unsere Hoffnung offen auf deine Zukunft hin.
Wo das Ganze uns übersteigt, lass uns im Kleinen beginnen. Sei unser Licht in dieser Woche. Zeige uns, was wir tun können. Zeige uns, wer wir sein können. Für uns und die, die mit uns leben.
Vaterunser im Himmel...

Segen (abwechselnd?):
Der Herr sei vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen. Der Herr sei neben dir, um dich in die Arme zu schließen und dich zu schützen.
Der Herr sei hinter dir, um dich zu bewahren vor der Heimtücke böser Menschen.
Der Herr sei unter dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst, und dich aus der Schlinge zu ziehen.
Der Herr sei in dir, um dich zu trösten, wenn du traurig bist. Der Herr sei um dich herum, um dich zu verteidigen, wenn andere über dich herfallen.
Der Herr sei über dir, um dich zu segnen.
So segne dich der gütige Gott. Amen

DAS LICHT DER KERZE WIRD GELÖSCHT

Videogottesdienst für die Kinder

„Ein Licht in deinem Herzen...“
Videogottesdienst für die Kinder der Kindergottesdienste und der KiTa Vogelnest

Am 13. März 2020 erlebten die Kindergottesdienstkinder in Spork die Geschichte von einem Mann, dessen Blick auf einen Teich gefesselt war. Er erhoffte sich Heilung von den Engeln über dem Wasser, doch jedes Mal, wenn sich das Wasser bewegte, kam er zu spät. Das ging so viele Jahre lang. Dann begegnete er Jesus. Und er konnte vom Teich wegsehen, weggehen und selbst laufen. Die Fensterbilder zu dieser sehr bewegenden Geschichte sind in Spork noch zu bestaunen.

Leider werden wir unsere Kindergottesdienste in Hillentrup und Spork erst nach den Sommerferien wieder aufnehmen können. Und so haben wir uns gedacht: Wir drehen einen kleinen Film für alle Kinder aus Hillentrup, Spork und aus der KiTa Vogelnest.

Star unseres ersten Filmchens ist Handpuppe Fritzi gespielt von KiTa-Leiterin Petra Niehage. Fritzi schluchzt und weint zunächst unauffindbar hinter dem Sofa. Seine Freunde Fynn und Sabine trösten ihn und erzählen ihm die Geschichte von Jesu Freunden. Nach Jesu Tod vermissen sie ihn so sehr. Seine Stimme, seine Worte, seine Gebete, seine Geschichten, sein Lachen. Sie verstehen nicht, was passiert ist und beschließen, in ihr altes Leben ohne Jesus zurückzukehren, dorthin, wo Jesus sie einst aufsuchte und beauftragte. Auf dem Weg begegnet ihnen ein Mann. Er horcht auf ihre Trauer. Er erzählt ihnen von Gott. Er tut ihnen gut. Als es Abend wird, bitten sie den Mann, doch bei ihnen zu bleiben. Sie kehren zu dritt in ein Gasthaus ein. Der Mann spricht das Gebet über Brot und Kelch. Er bricht das Brot. Er reicht ihnen das Brot. Dann ist er fort. In diesem Augenblich erkennen die Freude:
„Jesus lebt in unseren Herzen wie ein kleines Licht. Jesus ist da. Wir gehören zu ihm. Wir gehören zusammen. Niemand kann uns voneinander trennen.“
Fritzi findet die Geschichte sehr schön. Und dann überlegt er, ob er auch ein Licht in seinem Herzen hat, er kann es nämlich nicht sehen. Seine Freunde ermutigen ihn, seine Augen zu schließen und in sein Herz zu fühlen. Fritzis Herz fühlt sich ganz warm an. Fritzi bekommt ein kleines Jesuslicht von der Osterkerze und gibt es an Fynn und seine Freunde weiter. Der kleine Gottesdienst endet mit dem Vaterunser und zwei schönen Liedern gesungen von Dagmar, Lotte und Hannah Schneider.
Wir danken den dreien und auch allen anderen, die mitgemacht haben: Svenja und Rieke Ollenburg (Erzählerinnen), Bärbel Flakowski (Kerzenmeditation), Johannes Neugebauer (Orgel und Klavier), Petra Niehage (Fritzi), Fynn Schwederske (Fritzis Freund) und Helmut Hartung (Kamera, Technik).
Für unseren nächsten Film werden wir Szenen des KiGoDi in Spork und in Hillentrup zusammenschneiden. Es wird also nicht nur ein Film FÜR alle Kinder, sondern tatsächlich ein gemeinsam gestalteter Film sein. Dies ist auch im Licht unseres Projektes „Gemeinsam freundlich“ ein schönes Osterzeichen!

Unser erster Film kann über diesen Link angeschaut werden.
Hier findet sich auch der Film für die BewohnerInnen der Elisenstifte, der vor Ostern gedreht wurde, weil die Gottesdienste am Gründonnerstag ausfallen mussten. Der Link zum YouTube-Kanal von Nicole Sieker mit kleinen Videos von Fritzi ist auf unserer Homepage auf den Seiten der Kita zu finden.

Wir wünschen Euch viel Freude beim Anschauen!